[Interview],  Neuvorstellung

10 Fragen an den Gebärdenchor “Swingin Hands”

10 Fragen an

…Claudia, die Leiterin des Gebärdenchor ´s
„Swinging Hands“

Wie bist Du dazu gekommen Gebärden zu unterrichten?

Ich bin einfach zur VHS gedackelt und habe einen Kurs besucht. Leider war der Lehrer gehörlos und konnte nicht gut unterrichten. Am Ende des Kurses waren von 23 Schülern nur 2 übrig. Eine war ich. Die Gebärden habe ich mir irgendwie aufgeschrieben und so konnte ich ihm sagen, dass sein Unterricht grottig war. Er hat dann eine andere Lehrerin gesucht, die meine Freundin wurde.

Wann und warum hattest Du Die Idee mit dem Gebärdenchor?

Anfang 2014 als meine Freundin mich ganz entzückt ansah, als ich ein Lied mal eben übersetzte. Sie sagte, meine Gebärden seien so voll Harmonie.. Dann habe ich im damals existierenden Verein nachgefragt und einen Volkshochschulkurs daraus gemacht, wegen Versicherung und Raum. Im Februar 2014 erster Unterricht, im Juni erster Auftritt.

Wenn Du eine Sache auf der Welt verändern dürftest: Was wäre das?

Die Menschen sensibler, freundlicher, aufgeschlossener und toleranter machen.

Für welche drei Dinge in Deinem Leben bist Du am dankbarsten?

Für meinen klaren Menschenverstand, meine wunderbare Kindheit mit den Werten, die meine Eltern mir gaben, meinen Humor und meine wunderbaren Freunde an meiner Seite.

Was macht Dir an Deinem Job als Chorleiterin am meisten Spaß?

Die zauberhaften Begegnungen mit unseren Gästen/Publikum und der Spaß, den wir beim Lernen der Lieder haben. Es gibt immer viel zu Lachen.

Welches Ziel würdest Du gern mit dem Gebärdenchor erreichen?

Ein wenig mehr Anerkennung für unsere Arbeit und auf jeden Fall 25 Jahre mit den Ladies zusammen feiern dürfen.

Was ärgert Dich am meisten im Alltag zwischen hörenden und nicht Hörenden?

Die durch Unkenntnis der Hörenden verursachte Rücksichtslosigkeit gegenüber gehörlosen Menschen. Es muss niemand Gebärdensprache können, jedoch sollte der Umgang mit hörbeeinträchtigten oder gehörlosen Menschen in Regelschulen gelehrt werden.

Gibt es nur eine Gebärdensprache und ist sie weltweit gleich oder gibt es auch unterschiedliche Gebärdensprachen oder vielleicht auch Dialekte?

Hier in Deutschland gibt es so viele Dialekte wie in der gesprochenen Sprache. DGS (Deutsche Gebärdensprache) ist nahezu europäisch, die Gebärden sind fast gleich, nur das Mundbild ist in der Landessprache. Bei Nichtkenntnis der Landessprache entfällt es. Nur Russland und USA haben eine andere Gebärdensprache.

Worauf freust Du Dich gerade am meisten?

Ich freue mich auf das Altwerden und genieße die damit verbundenen Lebensweisheiten, die wunderbare Gelassenheit und das im Leben gesammelte Wissen. Alles kostbare, erkämpfte Schätze!

Wenn Menschen gern die Gebärdensprache erlernen möchten, wo können Sie sich hinwenden?

An die jeweilige Volkshochschule oder schriftlich an Gehörlosenverein, die dann Tipps geben.

Wie könnten andere Leute Deine Arbeit beim Gebärdenchor unterstützen?

In dem sie sich mit dem Thema „Gehörlosigkeit“ in einer stillen Stunde auseinandersetzen und dankbar werden, dass sie z. B. Musik hören dürfen und nicht nur Vibrationen fühlen. Das macht dankbar und demütig.

Vielen Dank für dieses wirklich aufschlussreiche Interview!

P.S. Die Swingin Hands haben am Sonntag, den 18.9.22 ab 18,00 Uhr
in Bückeburg, in der Jetenburger Kirche einen Auftritt!

Für alle die in der Nähe wohnen, oder zufllig dort sind, lohnt sich ein Besuch sicherlich!

Hier ist der Wegweiser dorthin!

 

Hier seht Ihr noch einen interessanten Beitrag über den Chor

gebärdenchor

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